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„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“ (Psalm 90,12)

Dr. Ludwig Frambach
„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“ (Psalm 90,12)
Der Tod als Lehrmeister in Religion, Philosophie und Psychologie
„Memento Mori“ – die Aufforderung sich seines unausweichlichen Todes, seiner Vergänglichkeit bewusst zu werden wird in allen Kulturen und Religionen als Weg zu geistiger Reifung gesehen. „Stirb, bevor du stirbst.“ – wird das in der in der islamischen Mystik, dem Sufismus, in prägnanter Kürze zum Ausdruck gebracht. Der Tod gehört zum Leben, er ist nicht sein Gegensatz. „Philosophieren heißt sterben lernen“ meint Michel de Montaigne (1533-1592), eine Einübung in das letzte Loslassen, das uns allen am Ende bevorsteht. Die zahlreichen Berichte über „Nah-Tod-Erfahrungen“ belegen überzeugend die positiven Auswirkungen der Konfrontation mit dem Tod im Leben der Betroffenen. „Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“ Aus philosophischer Perspektive haben die „Bremer Stadtmusikanten“ nicht recht. Denn: „Der Sinn des Lebens liegt darin, dass es aufhört.“, wie Kafka schreibt. Ein Leben ohne Ende wäre ein sinnloses absurdes Leben, ist schlicht nicht vorstellbar. Franz von Assisi spricht vom „Bruder Tod“. Der Tod gibt dem Leben Sinn. Es lebe der Tod!