Sommerakademie 2026

„Kleider machen Leute – Leute machen Kleider: Äußere Erscheinung und innere Bedeutung von Bekleidung im interkulturellen Dialog“
Kleidung ist weit mehr als bloßer Schutz vor Witterung. Sie ist ein Kommunikationsmittel, ein kultureller Code und ein Spiegel gesellschaftlicher Strukturen. Die Sommerakademie 2026 will die Rolle von Kleidung in westlichen und östlichen Kulturen und Religionen zeigen, gesellschaftliche Kleidungsvorschriften analysieren und die Spannung zwischen individueller Freiheit und kollektiver Wahrnehmung beleuchten.
Wie unterscheiden sich Kleidungsstile in östlichen und/oder westlichen Kulturen und was sagen sie über Klima, Werte gesellschaftshistorische Entwicklungen aus? Welche Rolle spielt traditionelle Kleidung in der modernen Gesellschaft? Welche religiösen Kleidervorschriften existieren und wie wird Kleidung als spirituelle Praxis oder Ausdruck von Glauben verstanden? Welche sozialen Normen und Gesetze regeln Kleidung (z. B. Schuluniformen, Dresscodes)? Wo liegt die Grenze zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Erwartung? Wie wird Nacktheit oder „unangemessene“ Kleidung kulturell unterschiedlich bewertet? Wie beeinflussen Machtstrukturen und Institutionen die Kleiderwahl? Was machen eigentlich die „Modemacher“? Wann wird Kleidung zur Maske? Wie nutzen Menschen Kleidung zur Selbstinszenierung, Provokation oder zur Tarnung? Wie drücken Menschen durch Kleidung ihre Persönlichkeit, ihre Stimmung, ihr geschlechtsspezifisches Ideal, ihre Zugehörigkeit zu Gruppen oder ihre Abgrenzung aus? Der „Maskenball“ im Fasching als Entlastung vom Ich und Expressionsmöglichkeit des „Alter Ego“. Was macht die Kleidung des anderen an und mit mir? Welche Rolle spielt Kleidung in Genderfragen, Subkulturen und sozialen Bewegungen? Jogginghose und Birkenstockschuh: Kleidung als Mittel zur Entspannung und Gesundheitsförderung. Für jede Sportart einen anderen Dress und eine bestimmte Marke: Kleidung als Konsumtrick und Werbeträger.
Es ist auch interessant Kleidung/Kleid metaphorisch zu denken. Dann könnte das erscheinende/entschwindende Kleid/Kleidung in der chinesischen Kunst thematisiert werden, der Klang als Kleid in der Musik (Klangkleid), Kleid/Kleidung als mystisch-christliche/jüdische/muslimische Aura (z.B. Meister Eckhart), das lyrische Kleid bzw. als Metapher in der Lyrik (Gioconda Belli: Kleide mich in Liebe, denn ich bin nackt …), das bewegende Kleid in der Tanzkunst.
Das Ziel der Sommerakademie 2026 ist, Kleidung als vielschichtiges Medium zu verstehen, das kulturelle, religiöse und gesellschaftliche Bedeutungen trägt.
Bewerbungsschreiben bitte an: akademie_fuer_west-oestlichen_dialog_der_kulturen@gmx.de
Abstract von 300 Wörtern , 5-7 keywords einzureichen bis 31.03.2026
Leitungsteam/Ansprechspartner und Kontakt bei Fragen: Dr. Anja Schmickal
